Langfilme

Donnerstag 20.10. | 20:00 Uhr

So Damn Easy Going (Så jävla easy going)
Schweden/Norwegen 2022 | 91 min | OmdtU | Regie: Christoffer Sandler

Ordnung in all die Wahrnehmungen zu bringen, die auf die 18-jährige Joana einstürmen, gelingt ihr nur mit ADHS-Medikation oder Bahnen ziehen im Schwimmbad. Was aber tun, wenn die Medis aus sind, kein Geld da ist und der Vater depressiv vor dem Fernseher sitzt? Während Joana so verzweifelt wie kreativ nach Lösungen sucht, begegnet sie Audrey – und zum Feuerwerk in ihrem Kopf kommt noch ein Herz dazu, das zu explodieren droht. Basierend auf dem von der Kritik hochgelobten Jugendroman der schwedischen Autorin Jenny Jägerfeld ist So Damn Easy Going ein berührendes und einnehmendes Coming-of-Age-Drama über Liebe und den Mut, man selbst zu sein.

So Damn Easy Going hat den QueerScope-Debütfilmpreis 2022 gewonnen!

Freitag 21.10. | 17:30 Uhr

Finlandia
Mexiko/Spanien 2021 | 97 min | OmenglU | Regie: Horacio Alcala

Oaxaca, im Süden Mexikos. Eine kleine Gruppe Muxes, die sich als drittes Geschlecht definieren, haben sich eine Zuflucht in einer engen Gemeinschaft geschaffen. Die Erfahrungen, Träume und Wünsche der älteren Delirio und der dreißigjährigen Amaranta werden dort in bunte Muster gezeichnet und in farbige Stoffe gewoben. Eine ganz eigene kreative Welt, die die Aufmerksamkeit einer spanischen Designerin weckt. Die junge Mitarbeiterin Marta wird beauftragt, sich dort für eine eigene Kollektion inspirieren zu lassen, sprich deren Muster zu stehlen. Marta nimmt die Aufgabe an – und verliert sich in Menschen und
Geschichten. Briefe eines geheimnisvollen Liebhabers aus Finnland und die Reise des jungen Mariano zu sich selbst begleiten dieses faszinierende und berührende Drama um ganz besondere Charaktere.

Finlandia wird in Kooperation mit dem Filmfestival cinEScultura gezeigt.

Freitag 21.10. | 20:00 Uhr

Mascarpone (Maschile singolare)
Italien 2021 | 100 min | OmdtU | Regie: Alessandro Guida und Matteo Pilati

Antonio steht mitten im Leben, doch als seine Ehe mit Lorenzo zerbricht, zieht das dem jungen Architekten den Boden unter den Füßen weg: Er hat keine Bleibe, keinen Job und keine Beziehung mehr.
Als Antonio ein Zimmer in der Wohnung des unkonventionellen Denis bekommt, ändert sich sein Leben. Er findet einen Job in der Bäckerei des gut aussehenden Luca und entscheidet sich für eine Ausbildung als Konditor. Fortan will sich Antonio auf sich selbst fokussieren. Doch dann lernt er den charmanten Mailänder Thomas kennen, der das Fokussieren ganz schön erschwert. Und um alles noch komplizierter zu machen: Auch Luca und Denis haben ein Auge auf den etwas orientierungslosen Single geworfen.

Samstag 22.10. | 14:00 Uhr

The Phantom of the Sauna (El Fantasma de la Sauna)
Spanien 2021 | 92 min | OmdtU | Regie: Luis Navarrete

„Eine universelle Liebesgeschichte zwischen zwei missverstandenen Menschen in einer unerwarteten Umgebung, die die Zuschauer:innen wieder zum Träumen bringen wird“, so beschreibt der spanische Regisseur Luis Navarrete seine musikalische Tragikomödie mit einem bittersüßen Ende und vielen literarischen und filmischen Referenzen. Im Zentrum des LGBTQ-Musicals, inspiriert von „Moulin Rouge“ und „Die Schöne und das Biest“, steht die Suche des jungen, attraktiven Javi nach Liebe und Glück. Im
Schwulenclub namens Sauna Popular sucht er einen Job. Sein Traum ist es jedoch, ein berühmter Sänger zu werden. Bald entdeckt er, dass der Club ein Ort voller Geheimnisse ist, von denen das größte ein mysteriöser Mann ist, der in den Luftschächten lebt: das Phantom der Sauna.

Samstag 22.10. | 20:00 Uhr

Wet Sand
Georgien/Schweiz 2021 | 115 min | OmdtU | Regie: Elene Naveriani

Das Dorf an der Schwarzmeerküste, in dem Moes Großvater Eliko Selbstmord beging, scheint unauffällig. Doch als sie mehr Zeit dort verbringt, entdeckt sie, dass nicht jeder ihn mochte. Die Dorfbewohner sind neugierig auf sie, und ihr androgynes Aussehen markiert sie eindeutig als Außenseiterin. Auch wenn sie sich zunehmend willkommen fühlt, kann Moe ein tiefes Unbehagen nicht abschütteln. Sie spürt, dass sie mehr über die Vergangenheit ihres Großvaters herausfinden muss und wird dabei von Amnon, Inhaber der Bar Wet Sand, und seiner Angestellten Fleshka unterstützt. Wet Sand ist eine atmosphärische und bewegende Geschichte – wunderschön aufgenommen, mit einer herausragenden Besetzung und mit einem subtilen und bewegenden Drehbuch.

Wet Sands wird in Kooperation mit dem Transit Filmfest gezeigt.

Sonntag 23.10. | 14:00 Uhr

Mutter, Mutter, Kind
Deutschland 2021 | 97 min | OmenglU | Regie: Annette Ernst

2009 erscheint eine Zeitungsannonce: Pedi und Anny suchen einen Samenspender. Eine Familiengeschichte beginnt, an deren Anfang ein großer Kinderwunsch steht. In einer Zeit, in der das Familienbild aus Mutter, Vater und Kind(ern) besteht und die Gesellschaft mit großer Ablehnung auf alles andere reagiert, geht Pedis und Annys Traum mit Eike endlich in Erfüllung, sie bekommen drei Söhne. Jahre später taucht plötzlich ein Mädchen auf, das ihre Brüder kennenlernen will. Alte und neue Familiengeheimnisse werden gelüftet und der ganz normale Wahnsinn zwischen Windelnwechseln und Fußballspielen nimmt seinen Lauf.
[ jip Film & Verleih]

Die Regisseurin ist bei der Filmvorführung anwesend.

Sonntag 23.10. | 17:30 Uhr

Girls Girls Girls
Finnland 2022 | 101 min | OmdtU | Regie: Alli Haapasalo

Die Highschool-Freundinnen Rönkkö und Mimmi sind hungrig auf das Leben und die Liebe. Beide ecken in ihrer unkonvetionellen Art gerne an – während Mimmi auch mal der Hockeyschläger ausrutscht, verunsichert Rönkkö andere mit ihrem eigenwilligen Humor. Die Zeit in ihrem Nebenjob in einer Smoothiebar vertreiben sie sich hingebungsvoll mit Klatsch und Trasch. Als die ehrgeizige Eiskunstläuferin
Emma in Mimmis Leben tritt, scheint zuerst alles wie in rosa Licht getaucht. Nach und nach wird die erste große Liebe aber von den eigenen Themen der beiden eingeholt. Rönkkö findet dagegen auf der Suche nach Befriedigung und Liebe vor allem mehr oder weniger guten Sex. Und nach dem Film werdet ihr nie wieder unbefangen aus Mumin-Tassen trinken können – zum Glück sind diese in Finnland populärer als hier.

Girls Girls Girls hat auf dem Sundance den World Cinema Dramatic Audience Award gewonnen!

Sonntag 23.10. | 20:00 Uhr

Potato Dreams of America
USA 2021 | 96 min | OmdtU | Regie: Wes Hurley

Früh schon merkt der kleine Potato, dass er anders ist. Nackten Frauen in Magazinen kann er so gar nichts abgewinnen und auch das kommunistische System seiner Heimat Wladiwostok ist nicht so sein Fall. Weil auch die alleinstehende Mutter Lena mit ihrem moralisch schwer vertretbaren Job als Gulag-Ärztin keine Zukunft in dem Land sieht, wird ein Entschluss gefasst: auf in die USA, das Land der ungeahnten Möglichkeiten! Aber auch dort ist vieles nicht so, wie es scheint.
Mit viel Liebe zur Inszenierung und noch mehr Liebe zu seinen Figuren erzählt Regisseur Wes Hurley, der mit 16 selbst von Russland in die USA ausgewandert ist, von Träumen, Hoffnungen und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung. In diesem mal nachdenklichen, mal zynischen, aber immer höchst unterhaltsamen Film darf sogar die Mutter Gottes herself ein paar Zeilen schmettern!

Montag 24.10. | 20:00 Uhr

Dawn, Her Dad and the Tractor
Kanada 2021 | 90 min | OF | Regie: Shelley Thompson

Vorfilm: Pearls
Kanada 2017 | 9 min | OF | Regie: Shelley Thompson

Dawn, eine junge trans Frau mit einer verblüffenden Ähnlichkeit zu ihrer Mutter, kommt zu deren Beerdigung nach Hause. Zum ersten Mal seit ihrer Transition treffen Vater, Schwester und deren Freund aufeinander. Es entsteht eine für alle Beteiligten stressige Situation. Dawn hofft, die Entfremdung mit ihrem Vater zu reparieren. Ein uralter Traktor weckt den Ehrgeiz der technikaffinen Dawn und wird zum Sinnbild ihrer Beziehung. Der lange schwelende Groll ihres Vaters lässt eine Versöhnung jedoch unerreichbar erscheinen. Wird der Vater es schaffen, seine Tochter öffentlich zu unterstützen und die bösartige Kleinstadt-Transphobie zu bekämpfen?
Der Kurzfilm „Pearls“ hat 2018 den Preis der Jury gewonnen und zeigt die Vorgeschichte.

Dienstag 25.10. | 20:00 Uhr

Cop Secret
Island 2021 | 100 min | OmdtU | Regie: Hannes Þór Halldórsson

Die Luft wabert förmlich vor Testosteron, wenn Reykjavíks Supercop Bússi den Raum betritt. Er pfeift auf alle Regeln, ist chronisch alkoholisiert und nicht gerade ein Meister der gepflegten Kommunikation. Als eine Reihe mysteriöser Banküberfälle die Polizei vor ein Rätsel stellt, muss er sich mit seinem smarten Rivalen Hörður zusammentun. Doch wie der Zufall will, sind die beiden ein hervorragendes Team. Und das nicht nur, was die Bekämpfung der bösen Buben (und Mädchen) betrifft …
Was Filmemacher Hannes Þór Halldórsson mit seinem durch und durch ironischen Action-Spaß abliefert, ist dem Regiedebütanten nicht hoch genug anzurechnen. Nicht weil er sich als großer Kenner des 80er Jahre-Hollywoodkinos erweist, sondern weil er eigentlich Torwart der isländischen Fußballnationalmannschaft ist. Schön, dass Cop Secret 2021 der erfolgreichste Film in Island war.

Mittwoch 26.10. | 17:30 Uhr

Anima – Die Kleider meines Vaters
Deutschland 2022 | 94 min | OmenglU | Regie: Uli Decker

Max Ophüls Preis: Bester Dokumentarfilm
Max Ophüls Preis: Publikumspreis Dokumentarfilm
Jurybegründung: In einem filmischen Feuerwerk aus Bild, Ton und Musik verbindet eine virtuose Montage zeitgenössische Archivaufnahmen, Fotos, private Aufzeichnungen, Interviews und eine bemerkenswerte Animation, die mit Phantasie und Humor immer noch eine Ebene hinzufügt. So entsteht in der Geschichte einer Familie zugleich die einer Gesellschaft. Dabei weist die persönliche Tragödie eines Mannes und seiner Tochter, die an Rollenbildern und gesellschaftlichen Normen zu zerbrechen drohen, weit über die
Genderproblematik hinaus und erzählt zudem mit Leichtigkeit und voller Liebe von Befreiung und Emanzipation. Eine universelle Erzählung aus der bayerischen Provinz und Protagonistinnen, denen wir für ihren Mut Respekt zollen.
[www.kino-zeit.de]